Wetterstation Hentern

Folgt ein weiterer Mildwinter oder wird er eher kalt ?

Im heutigen Winter-Countdown schauen wir uns an, was wir nach aktuellem Stand vom Dezember zu erwarten haben und was die amerikanische Wetterbehörde NOAA für den gesamten Winter derzeit berechnet.
Zunächst schauen wir auf den 36-Tage-Trend des amerikanischen Wettermodells GFS. Die dicke rote Linie zeigt das Mittel aus 30 Jahren, die dicke weiße Linie ist das Mittel aller Berechnungen und alle Berechnungen finden wir in bunt dargestellt. Die dicke hellblaue Linie zeigt die -5°C-Isotherme, wo es recht sicher bis auf etwa 300m Höhe schneien kann, wenn Niederschlag dabei ist.
Zu Beginn des Diagramms erkennen wir das Auf- und Ab der kommenden Woche, anschließend pendelt es ums langjährige Mittel bis etwa Mitte Dezember, ehe es leicht überdurchschnittlich wird. Im unteren Bereich erkennen wir die Niederschlagssignale, die durchgehend reichlich dargestellt werden, was für eine ziemlich wechselhafte Lage spricht.
Besonders zwischen dem 30. November und dem 12. Dezember wird immer wieder die -5°C-Isotherme erreicht oder unterschritten, so dass es zumindest zeitweise auch zu Schneefällen kommen kann.


36 Tage-Trend vom 15.11.20

Blicken wir auch heute wieder auf die Schnee-Ensembles, die aktuell bis zum 20. Dezember reichen. Insgesamt 29 der 32 Modellberechnungen haben mehr oder weniger Schnee im Gepäck. Bei manchen Läufen würde es nur kurz mal zu etwas Schnee reichen, andere Läufe zeigen durchaus richtige Winterlagen mit wiederholten Schneefällen. Nur 3 Berechnungen würden im gesamten Zeitraum folglich gar keinen Schnee bringen. Allerdings muss man erwähnen, dass es nur eine Momentaufnahme ist und es morgen schon wieder ganz anders aussehen kann, sowohl in die eine- als auch in die andere Richtung. Trotzdem lässt sich aus dem Diagramm herauslesen, dass winterliche Optionen weiterhin zahlreich vorhanden sind.


Schnee-Ensembles vom 15.11.20

Als nächstes schauen wir auf die gemittelte Wetterlage, die derzeit für den 1. Dezember berechnet wird.
Wir haben ein Hoch bei Grönland, ein Hoch bei den Azoren, ein weiteres Hoch über dem Norden Afrikas, eins über dem osteuropäischen Kontinent sowie ein schwaches Hoch über Italien. Dazu dann das altbekannte Island-Tief zwischen Island und Grönland und ein kleines Tief westlich von Frankreich. Deutschland ist zur besseren Erkennung mit einem schwarzen “D” markiert. Die weit auseinander liegenden Isobaren (dünne weiße Linien) sprechen für eine windschwache Lage. Während der Osten Deutschlands eher unter dem Einfluss bodennaher Kaltluft aus Osten liegt, müssten wir zumindest zeitweise mit Fronten des atlantischen Tiefs mit milder Höhenströmung rechnen. Um den Monatswechsel herum würde das somit zunächst ein Wechsel aus trocken-kalter Hochdrucklage und milderer Lage mit Regenfällen bedeuten.


Gemittelte Wetterlage am 01. Dezember 2020

Schauen wir uns jetzt an, was die amerikanische Wetterbehörde nach aktuellem Stand für den Dezember anzeigt. Dort wird in der aktuellsten Berechnung für den Dezember für Deutschland eine Abweichung von +0,5 bis +1,0K angzeigt. Käme es so, könnte das den kältesten Dezember seit 2010 bedeuten, allerdings auf ganz Deutschland bezogen. Nach dem damals lengendären 2010er Dezember, der mit -4,3K und neuen Schneerekorden in die Geschichte einging, folgten anschließend fast nur noch milde oder sehr milde Dezembermonate. Einzig der Dezember 2012 schloss mit +0,7K im bundesweiten Mittel gemäßigt ab, wobei er in Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit +2,8K bzw. +3,2K trotzdem sehr mild war.
Interessant an der Berechnung von NOAA ist allerdings, dass der kommende Dezember in der Vergangenheit deutlich milder berechnet wurde und nun nach und nach kälter berechnet wird.


NOAA-Prognose für Dezember 2020

Blicken wir noch kurz auf die Berechnungen von NOAA für die Wintermonate Januar und Februar.
Diese werden Stand jetzt mit jeweils +1 bis +2K zu mild berechnet. Würde es so kommen, läge der Gesamtwinter am Ende bei ca. +1,3K Abweichung. Damit wäre es zwar ein weiterer milder Winter, aber kein sehr milder Winter. Zudem wäre es seit dem Winter 2010/11 der zweitkälteste Winter nach dem Winter 2016/17.


NOAA-Prognose für Januar 2021 (Stand 15.11.20)NOAA-Prognose für Februar 2021 (Stand 15.11.20)

Kartenquellen: wetterzentrale.de, noaa.com

FAZIT
Fassen wir zusammen: Der Dezember wird nach aktuellem Stand wechselhaft mit mal milderen- und mal kälteren Phasen, in denen es immer wieder mal zu winterlichen Abschnitten mit Schneefällen kommt. Ein durchgehend milder- bzw. durchgehend kalter Dezember ist eher unwahrscheinlich. Die Monate Januar und Februar werden derzeit von der amerikanischen Wetterbehörde NOAA als milde, aber nicht supermilde Wintermonate berechnet. Der Gesamtwinter läge demnach am Ende in einem Bereich zwischen +0,8 und +1,7K.
Dies würde zwar einen weiteren überdurchschnittlichen Winter bedeuten, der aber deutlich kälter als die letzten Winter und in Sachen Winterwetter nicht zwingend uninteressant wäre.