Wetterstation Hentern

Die Bilanz des Sommers 2020

Der meteorologische Sommer ist seit dem 01. September vorbei und damit ist es Zeit Bilanz zu ziehen. Hierfür wird der Zeitraum vom 01. Juni bis 31. August verwendet.
Wir werfen einen Blick auf die lokale-, regionale- und die deutschlandweite Situation. Vorab kann man aber schon einmal sagen, dass es große regionale Unterschiede gab.

Temperatur

Am Messstandort in Hentern erreichte der Sommer eine Durchschnittstemperatur von 17,6°C und lag damit knapp 2°C über dem langjährigen Mittel. Er war damit kühler als die beiden vorangegangenen Sommer.

Zur Übersicht die Abweichung in Kelvin (K):
2020: +1,97K
2019: +2,38K
2018: +2,34K
2017: +1,83K

Niederschlag

Insgesamt fielen im Sommer 2020 in Hentern 191,2 Liter Regen auf den Quadratmeter. Dies entspricht 83,2% der normal üblichen Menge oder anders ausgedrückt, es fehlten genau 48 Liter pro m², verteilt auf die drei Sommermonate. Damit war der Sommer trockener als normal, aber nasser als die beiden vorangegangenen Sommer. Insgesamt liegt das Jahr 2020 aber bislang immer noch 13,2% über dem Mittel.

Zur Übersicht die prozentualen Mengen der letzten Sommer:
2020: 83,2%
2019: 61,5%
2018: 77,0%
2017: 98,1%

Wie sah es regional und bundesweit aus ?

Blickt man auf Rheinland-Pfalz und das Saarland, dann lag Rheinland-Pfalz bei der Temperaturabweichung mit +2,3K ganz vorne in Deutschland. Das Saarland kam auf eine Abweichung von +2,1K. Deutschlandweit lag die Abweichung in diesem Sommer bei +1,90K.
Mit einer Durchschnittstemperatur von jeweils 20,5°C lagen mit Bad Bergzabern, Bad Dürkheim und Bad Kreuznach drei Orte aus Rheinland-Pfalz unter den 10 wärmsten Orten in Deutschland.
Bei den Tageshöchstwerten wurde das deutschlandweite Maximum mit +38,6°C am 09. August auf dem Petrisberg in Trier gemessen. Platz 3 ging mit +38,2°C an Trier-Zewen, Platz 4 ging mit +37,9°C an Saarbrücken-Burbach im Saarland.

Beim Niederschlag lagen beide Bundesländer am Ende. Das Saarland war mit lediglich 59,1% das mit Abstand trockenste Bundesland in diesem Sommer. Rheinland-Pfalz belegte mit 71,7% den zweitletzten Platz. Die Wetterstation Mainz-Lerchenberg war mit nur 80,4 gefallenen Litern Regen auf den Quatratmeter der trockenste Ort in Deutschland.
Bundesweit ergab sich beim Niederschlag ein Wert von 95,1%, so dass man beim Bundesmittel von einem relativ normalen Sommer, allenfalls gering zu trockenen Sommer sprechen kann. Allerdings waren die Niederschläge ungerecht verteilt. Während das Saarland und Rheinland-Pfalz wie bereits erwähnt, sehr trocken waren, gab es besonders in Thüringen (112,4%) und Bayern (111,0%) mehr Niederschlag als Normal.

Gab es nun tatsächlich einen Hitze- und Dürresommer ?

Bereits Monate vor Beginn des Sommers wurde wiederholt in Medien ein extremer Hitze- und Dürresommer angekündigt. Nachdem alle Daten des Sommers 2020 vorliegen, lässt sich sagen, dass es auf Gesamtdeutschland bezogen, weder ein Hitze- noch ein Dürresommer war. Mit einer Temperaturabweichung von +1,9K kam der Sommer 2020 nicht ansatzweise an die heißen Sommer 2003 (+3,4K), 2018 (+3,0K) und 2019 (+3,0K) heran.
Auch in Sachen Niederschlag kann auf Gesamtdeutschland gemittelt mit gerundeten 96% des Regensolls keineswegs von einem Dürresommer gesprochen werden. Zum Vergleich, der Sommer 2019 hatte 74%, 2003 65% und 2018 nur 54%.
Trotzdem gab es lokal oder auch regional wie bei uns in Rheinland-Pfalz und dem Saarland durchaus vielerorts einen sehr trockenen- bzw. einen Dürresommer.
Bedenkt man aber, dass die damaligen Prognosen der Medien auf ganz Deutschland bezogen waren, dann lässt sich die Frage, ob es einen Hitze- und Dürresommer gab, jedenfalls klar verneinen.

Schlussendlich war der Sommer 2020 in Deutschland ein sehr warmer und niederschlagsmäßig recht normaler Sommer, allerdings mit regional großen Unterschieden.